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Diese Stadt ist immer für eine Überraschung gut, so wie mit diesem Fahrradfahrer und Fan des städtischen Fußballvereins Cruz Azul.

Da! Das ist doch der, der in sozialen Medien immer wieder auf Fotos zu sehen war. Über den ein User vergangenes Jahr fragte, wer das sei. “Eine klassische Figur, auf Reforma (der Prachtstraße im Zentrum) und den Sonntagstouren (wenn die Stadt die Reforma und andere Straßen nur für Rad- und Fußgänger reserviert) seit Jahren zu sehen …” Und ein anderer fragt, “ist er das?”, während er sich selbst auf einem Fahrradweg filmt und der verkleidete Fan an ihm vorbeifährt. Fan?

Genau. Der Radfahrer auf dem Foto trägt ein Outfit des Stadt-Fußballklubs Cruz Azul und einen Motorradhelm. Und wenn es der gleiche ist wie auf den Fotos in sozialen Medien, dann ist er auch an mir vorbeigefahren, an einem Samstag im Parque de Chapultepec. Und ich hatte es zu spät bemerkt.

Schnell hatte ich meine Kamera hervorgeholt und Fotos geschossen, aber da war der unbekannte “Hincha” (Fan auf spanisch) schon am künstlichen Parksee weiter weg unterwegs und dann nicht mehr zu sehen.

Wer ist das? Gute Frage. Eine kurze Suche im Internet spuckt zwei ältere Artikel zu einem Cruz-Azul-Fan aus, der namentlich genannt wird und sein Fahrrad Motorrad-like geschmückt hat. Er könnte es sein, aber die Infos sind spärlich. Kontaktmöglichkeit? Fehlanzeige.

So bleibt nur der Moment, diesen bunten Repräsentanten dieser verrückten Stadt mal live gesehen zu haben. Es blieb das einzige Mal seit diesem Herbst 2020. Aber wer weiß: Vielleicht taucht er ja nochmals auf. Und dann werde ich ihn ansprechen und um ein gemeinsames Foto bitten :-).

Apropos Cruz Azul. Das ist so was wie der St. Paul im Vergleich zum Hamburger SV. Oder Atletico Madrid zu Real. Oder Schalke04. Hinter dem “Blauem Kreuz” steckt ein gleichnamiger Zementkonzern im benachbarten Bundesstaat Hidalgo, der Club war also ursprünglich eine Werkself. Er existiert seit 1927, acht Mal gewann er die mexikanische Fußball-Liga.

In den siebziger Jahren wurde sein Stammsitz nach Mexiko-Stadt verlegt. Es begann eine Durststrecke, die „Máquina”, so der Spitzname des Vereins, konnte allerdings erst 1997 wieder eine Meisterschaft gewinnen, und seitdem auch nicht mehr.

Vielleicht rührt daher auch die “Verkleidung” des unbekannten Radfahrers: “Máquina” bedeutet Maschine. Bleibt nur abzuwarten, ob auch die Maschine auf dem Fußballfeld wieder durchstartet: Cruz Azul steht im Viertelfinale der „Liguilla“, der Meisterrunde der mexikanischen Liga.

Cruz Azul (Blaues Kreuz) ist übrigens einer der vier Hauptstadtvereine der mexikanischen Liga – die anderen sind América, Pumas (der Universitäts-Club) und Atlante, letzterer mit wiederholten Ortswechseln. Bis 2007 gab es auch einen fünften Club namens Necaxa, der allerdings in Aguascalientes im Norden spielt.

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